Mit Pinsel und Farbe zurück auf "Werkseinstellung"?

Ich stelle wertschätzenden und wertfreien Raum zur Verfügung für die Geschichte, die jeder mitbringt. Raum zum Entfalten, zum Entdecken, zum Staunen......

Künstlerisch gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten, Techniken und Methoden.

 

Beispiele:

Jemand, der aus welchen Gründen auch immer, viel Druck hat, dem tut es gut zu drücken, also mit Ton oder Knete zu werkeln. Der Druck kann so genommen werden.

Einer ängstlichen Person kann man Papierteile von Zeitschriften auf Leinwand aufkleben lassen und diese dann wie bei einer Litfaßsäule, die alten Plakate, wieder abreißen lassen. Mut und Stärke wird gefördert.

Einer Person, die viel zweifelt, kann man mit fließender Farbe experimentieren lassen. Vertrauen kann sich entwickeln, dass etwas entsteht, in Fluss kommt, ohne dass die Person groß Einfluss nimmt.

Jemand, der bereit ist, mehr ins spüren und fühlen zu kommen, für den kann es gut sein mit Aquarellfarben zu malen.

Jemand, der zur Ruhe kommen möchte, für den kann es dran sein geometrische Formen zu zeichnen oder Mandalas.

 

Das sind nur kurze und banale Beispiele. Es ist natürlich alles noch etwas vielschichtiger.

 

Die Person, die zu mir kommt, kommt mit meiner Hilfe zum kreativen Erschaffen. Ich sage bewusst nicht Arbeit, das hat was anstrengendes und mühsames. Also, die Person kommt mit meiner Hilfe zum kreativen Erschaffen, indem ich Materialien, Methoden und Techniken anbiete und dazu, wenn notwendig, Unterstützung und Impulse zum Umgang mit denselben gebe. Das künstlerische und kreative Erschaffen nimmt einen großen Raum ein. Reflektion über den schöpferischen Prozess und das, was entstanden ist, rundet das ganze ab. Allerdings bin nicht ich als Therapeut derjenige, der dann das z.B. entstandene Bild interpretiert. Auch bei der Reflektion leiste ich nur Unterstützung, Hilfe und Impulse. Die Person kommt durch das, was schöpferisch entstanden ist, und durch meine Unterstützung quasi zur Selbsterkenntnis.

 

Eine scheinbar nutzlose schöpferische Tätigkeit wie malen, schreiben, tanzen singen, musizieren, ist absolut wichtig für unsere seelische, geistige und körperliche Gesundheit.

Warum? Man ist ganz im Hier und Jetzt, wann sind wir das schon mal, und ganz bei sich, ganz in Verbindung mit sich und seiner Seele. Was passiert dadurch? Es kann sich was ordnen, es kann was ins Gleichgewicht kommen.

Kreativität ist Teil unseres Menschseins. Sich kreativ und schöpferisch zu betätigen ist also nur scheinbar nutzlos, sondern im Gegenteil, für uns sehr wohl von Nutzen und äußerst sinnvoll.

 

Hinter körperlichen Beschwerden, die immer wiederkehren bzw. schon chronisch geworden sind, steckt ein Grund warum das so ist. Krankheit beginnt nicht erst im Körper, sondern schon viel früher über Gedanken, Glaubenssätzen, Familiengeschichte o.ä.

 

Kunst- und Kreativtherapie ist ein gutes Tool, um Problematiken bewusst zu machen, gesunde Anteile zu stärken und zu fördern, und ggf. Lösungen zu finden.

 

Durch Kreativität wird unser Zugang zur Intuition, zu unserem Bauchgefühl, zu unserer inneren Weisheit gefördert und gestärkt. Und das braucht es meiner Meinung nach, wir sind viel zu intellektuell und verstandesorientiert und wohin hat es uns gebracht?

Es gibt ein schönes Zitat von Ralph Waldo Emerson: "Die ursprüngliche Weisheit ist Intuition, während alles spätere Wissen angelernt ist."

Oder Albert Einstein macht es auch deutlich indem er sagte: "Der intuitive Geist ist ein heiliges Geschenk und der rationale Verstand ein treuer Diener. Wir haben eine Gesellschaft erschaffen, die den Diener ehrt und das Geschenk vergessen hat."

Zurück zur "Werkseinstellung" oder zur ursprünglichen Weisheit mit Pinsel und Farbe über Kreativität, das ist mir ein Anliegen, sozusagen für eine gesündere und bessere Welt.